Logistik
GS1-128-Barcode: NVE, MHD und Charge im Strichcode
Auf Versandkartons und Paletten steht mehr als eine Artikelnummer: Charge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Menge oder die Nummer der Versandeinheit (NVE). GS1-128 packt all das in einen Strichcode – mit „Datenbezeichnern“, die jedem Wert seine Bedeutung geben. Hier steht, wie das funktioniert und worauf Händler achten.
Datenbezeichner in Klammern eintragen – der Barcode-Generator prüft GTIN-Prüfziffern und Formate und erstellt den GS1-128 in Logistikgröße.
GS1-128 erstellenDie Kurzfassung
- Im Barcode-Generator GS1-128 wählen.
- Jeden Wert mit seinem Datenbezeichner in Klammern eingeben:
(01)04006381333931(15)271231(10)CH42. - Datenbezeichner mit fester Länge (01, 15, 17 …) zuerst, variable (10, 21 …) ans Ende.
- Modulbreite ab 0,495 mm, Balkenhöhe ab 32 mm für Logistiketiketten.
Das Prinzip: Datenbezeichner
GS1-128 ist technisch ein Code 128 mit einem besonderen Startzeichen (FNC1). Der Unterschied liegt im Inhalt: Jeder Wert beginnt mit einem Datenbezeichner (englisch Application Identifier, kurz AI) – einer 2- bis 4-stelligen Zahl, die sagt, was folgt. (15) heißt „Mindesthaltbarkeitsdatum“, (10) heißt „Charge“.
Die Klammern werden nicht codiert – sie stehen nur im Klartext unter dem Strichcode, damit Menschen die Teile auseinanderhalten können. Der Scanner liefert dem Warenwirtschaftssystem die Werte getrennt, sodass es Charge und Datum automatisch zuordnen kann.
Die wichtigsten Datenbezeichner
| AI | Bedeutung | Format |
|---|---|---|
(00) | NVE / SSCC – Nummer der Versandeinheit | 18 Ziffern, mit Prüfziffer |
(01) | GTIN des Artikels oder der Handelseinheit | 14 Ziffern (EAN-13 mit führender 0) |
(02) | GTIN der enthaltenen Artikel (mit (37)) | 14 Ziffern |
(10) | Charge / Los | bis 20 Zeichen |
(11) | Herstellungsdatum | JJMMTT |
(15) | Mindesthaltbarkeitsdatum | JJMMTT |
(17) | Verfallsdatum | JJMMTT |
(21) | Seriennummer | bis 20 Zeichen |
(37) | Anzahl enthaltener Einheiten | bis 8 Ziffern |
(3103) | Nettogewicht in kg, 3 Nachkommastellen | 6 Ziffern, z. B. 012500 = 12,500 kg |
(400) | Bestellnummer des Kunden | bis 30 Zeichen |
Die vollständige Liste mit über 500 Datenbezeichnern pflegt GS1. Der Generator kennt sie alle und meldet falsche Längen, ungültige Datumsangaben oder eine falsche GTIN-Prüfziffer.
Beispiel übernehmen, eigene Werte eintragen und das Ergebnis direkt als Etikett im Format 99 × 57 mm drucken.
Beispiele
Karton mit Artikel, MHD und Charge:
(01)04006381333931(15)271231(10)CH42
Palette mit NVE (oft als eigener Strichcode):
(00)340123450000000017
Mischpalette mit Inhalt und Menge:
(02)04006381333931(37)48(15)271231
Warum die Reihenfolge zählt: Angaben mit fester Länge erkennt der Scanner an ihrer Länge. Nach Angaben mit variabler Länge wie der Charge muss ein Trennzeichen folgen, das zusätzlichen Platz kostet. Stehen sie am Ende, entfällt es – der Code wird kürzer. Ein GS1-128 darf höchstens 48 Datenzeichen enthalten; passt nicht alles hinein, verteilt man die Daten auf zwei Strichcodes untereinander.
NVE / SSCC: die Nummer der Versandeinheit
Die NVE (international SSCC, Serial Shipping Container Code) identifiziert eine einzelne Versandeinheit – eine Palette oder ein Paket – weltweit eindeutig. Sie besteht aus 18 Ziffern:
- Reserveziffer (0–9), frei wählbar, z. B. für verschiedene Lager,
- GS1-Firmenpräfix des Versenders,
- fortlaufende Nummer, die das Unternehmen selbst vergibt,
- Prüfziffer nach dem GTIN-Verfahren (siehe EAN-Prüfziffer berechnen).
Wie die GTIN setzt auch die NVE ein Firmenpräfix von GS1 voraus. Große Händler verlangen sie auf jeder Palette, meist zusammen mit einem Lieferavis, damit der Wareneingang die Palette mit einem Scan zuordnen kann.
Größe und Etikett
- Modulbreite: für Logistiketiketten 0,495 bis 1,016 mm. Der Generator startet bei 0,495 mm.
- Balkenhöhe: mindestens 32 mm, damit Handscanner und Förderband-Scanner den Code sicher treffen.
- Breite: ein GS1-128 darf höchstens 165 mm breit sein.
- Etikett: Das GS1-Logistiketikett ist meist DIN A6 (105 × 148 mm) oder A5. Für Kartons eignen sich A4-Bögen mit 99,1 × 57 mm oder 99,1 × 38,1 mm – siehe Barcode-Etiketten drucken.
- Position: auf Paletten auf mindestens zwei benachbarten Seiten, mit der Unterkante 400–800 mm über dem Boden.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Code 128 und GS1-128?
GS1-128 ist ein Code 128 mit dem Sonderzeichen FNC1 am Anfang und Inhalten nach GS1-Regeln (Datenbezeichner). Ein normaler Code 128 enthält beliebigen Text ohne festgelegte Bedeutung.
Was bedeuten die Zahlen in Klammern?
Das sind Datenbezeichner (Application Identifiers). Sie sagen, was der folgende Wert ist, z. B. (01) GTIN, (10) Charge, (15) Mindesthaltbarkeitsdatum. Die Klammern selbst werden nicht codiert.
Wie schreibe ich ein Datum im GS1-128?
Immer sechsstellig als JJMMTT, also 271231 für den 31.12.2027. Ist nur Monat und Jahr bekannt, wird der Tag als 00 angegeben.
Was ist eine NVE?
Die Nummer der Versandeinheit (international SSCC) – eine 18-stellige, weltweit eindeutige Nummer für eine Palette oder ein Paket, codiert mit dem Datenbezeichner (00).
Brauche ich für GS1-128 eine GS1-Mitgliedschaft?
Für GTIN und NVE ja, denn beide basieren auf einem GS1-Firmenpräfix. Den Strichcode selbst kann man mit jedem Generator erzeugen.
Wie groß muss ein GS1-128 auf einem Logistiketikett sein?
Modulbreite 0,495 bis 1,016 mm und Balkenhöhe mindestens 32 mm; die Gesamtbreite darf 165 mm nicht überschreiten.
Quellen
- GS1 Application Identifiers, GS1 – vollständige Liste der Datenbezeichner (englisch).
- GS1 General Specifications, GS1 – Regeln zu Symbolgrößen, Ruhezonen und Datenbezeichnern (englisch).
- GS1 Germany – vergibt GTIN/EAN-Nummern in Deutschland.