Der Vier-Farben-Satz
Der Vier-Farben-Satz
Jede ebene Landkarte lässt sich mit höchstens vier Farben so einfärben, dass benachbarte Gebiete niemals dieselbe Farbe tragen.
Benachbart sind zwei Gebiete nur dann, wenn sie eine gemeinsame Grenzlinie teilen. Ein einzelner Berührungspunkt reicht nicht. Genau diese kleine Unterscheidung macht aus einer scheinbar einfachen Malaufgabe ein präzises mathematisches Problem.
Die Vermutung stammt von einem Studenten: 1852 färbte der Londoner Francis Guthrie eine Karte der englischen Grafschaften und bemerkte, dass er nie mehr als vier Farben brauchte, wie er die Grenzen auch zog. Sein Bruder trug die Frage an den Mathematiker Augustus De Morgan heran, der sie noch am selben Tag - dem 23. Oktober 1852 - in einem Brief an William Rowan Hamilton weitergab. Von da an ließ das Problem die Mathematik nicht mehr los.
1878 trug Arthur Cayley die weiterhin ungelöste Frage vor die London Mathematical Society, ein Jahr später veröffentlichte Alfred Kempe einen Beweis. Er stand elf Jahre lang unangefochten, bis Percy Heawood 1890 eine Lücke darin fand. Kempes Grundidee - sogenannte Kempe-Ketten - blieb trotzdem der Ausgangspunkt fast aller späteren Beweisversuche, auch des erfolgreichen.