Steuersätze

7 oder 19 Prozent Mehrwertsteuer? Die Liste für 2026

In Deutschland gibt es zwei Mehrwertsteuersätze: 19 % als Regelsatz und 7 % als ermäßigten Satz. Die Grundregel ist einfach – die Ausnahmen sind es nicht immer. Warum ist Leitungswasser ermäßigt, Mineralwasser nicht? Warum Tampons, aber keine Windeln? Hier ist die Übersicht mit den Grenzfällen, Stand 1. Januar 2026.

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Die Kurzfassung

Wofür 7 % gelten

Der ermäßigte Satz soll Grundbedürfnisse und Kultur günstiger machen. Die wichtigsten Gruppen:

Essen

Lebensmittel im Supermarkt, Brot, Obst, Fleisch, Käse, Kaffeebohnen und Tee zum Aufbrühen, Leitungswasser, Milch und Milchgetränke mit mind. 75 % Milch. Speisen im Restaurant, zum Mitnehmen und beim Catering (seit 2026).

Lesen und Kultur

Bücher, E-Books, Zeitungen und Zeitschriften (auch digital), Eintritt für Kino, Theater, Konzerte, Museen und Zoos, Kunstwerke direkt vom Künstler.

Unterwegs

Bahn im Nah- und Fernverkehr, Bus, U-Bahn und Straßenbahn, Taxi innerhalb einer Gemeinde oder bis 50 km, Hotelübernachtungen und kurzfristige Ferienwohnungen.

Alltag und Gesundheit

Schnittblumen und Pflanzen, Tierfutter, Periodenprodukte (Tampons, Binden, Menstruationstassen), Rollstühle, Prothesen und Hörgeräte, Zahnersatz vom Zahntechniker.

Wofür 19 % gelten

Alles andere – also der allergrößte Teil: Kleidung und Schuhe (auch für Kinder), Elektronik, Möbel, Autos und Benzin, Strom und Gas, Software, Streaming und Apps, Handwerker und fast alle Dienstleistungen, Friseur, Medikamente, Drogerieartikel und so gut wie alle Getränke – vom Mineralwasser über Saft bis zum Kaffee im Café.

Grenzfälle, die oft verwechselt werden

7 %19 %
LeitungswasserMineralwasser, Saft, Limonade
Kaffeebohnen, TeeblätterKaffee und Tee als Getränk, auch to go
Latte macchiato to go (mind. 75 % Milch)Derselbe Latte am Tisch serviert
Schnitzel im Restaurant (seit 2026)Das Bier dazu
Tampons und BindenBabywindeln
Hörgerät, RollstuhlBrille
Bahnfahrt Berlin–MünchenInlandsflug, Fernbus über 50 km
Taxi bis 50 kmTaxi über 50 km
HotelzimmerParkplatz, Minibar, WLAN im Hotel
HundefutterHundespielzeug, Leine
Buch, E-BookNotizbuch, Kalender zum Eintragen

Die Logik hinter manchen Paaren wirkt willkürlich – sie folgt aber fast immer der Frage, ob eine Ware in der Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz steht. Was dort nicht genannt ist, kostet 19 %.

Im MwSt-Rechner findest du rund 30 typische Waren und Leistungen mit ihrem Steuersatz – antippen übernimmt den Satz direkt in die Rechnung.

0 %, steuerfrei und Kleinunternehmer

Neben 7 % und 19 % gibt es Umsätze ganz ohne Mehrwertsteuer – aus unterschiedlichen Gründen:

Beide Sätze auf einer Rechnung

Verkaufst du Waren mit unterschiedlichen Sätzen, muss die Rechnung Netto, Steuersatz und Steuerbetrag für jeden Satz getrennt ausweisen (§ 14 Abs. 4 Nr. 8 UStG). Bei Rechnungen bis 250 € brutto (Kleinbetragsrechnungen) genügen Bruttobetrag und Steuersatz je Gruppe.

Wie du gemischte Beträge zurückrechnest, steht im Ratgeber Mehrwertsteuer herausrechnen; das typische Beispiel Restaurant mit Speisen und Getränken findest du unter Mehrwertsteuer in der Gastronomie.

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Häufige Fragen

Wofür gelten 7 % Mehrwertsteuer?

Unter anderem für Lebensmittel, Speisen im Restaurant (seit 2026), Leitungswasser, Bücher, E-Books und Zeitungen, Hotelübernachtungen, Bahn- und Nahverkehr, Kino, Theater und Konzerte, Schnittblumen, Tierfutter, Periodenprodukte sowie Rollstühle und Hörgeräte.

Warum kostet Mineralwasser 19 % und Leitungswasser 7 %?

Leitungswasser steht ausdrücklich in der Liste der ermäßigten Waren (Anlage 2 UStG), Getränke wie Mineralwasser, Saft oder Limonade dagegen nicht. Für sie gilt der Regelsatz von 19 %.

Welcher Steuersatz gilt, wenn ich unsicher bin?

Im Zweifel der Regelsatz von 19 %. Der ermäßigte Satz gilt nur für Waren und Leistungen, die das Umsatzsteuergesetz ausdrücklich nennt. Bei Unsicherheit klärt eine verbindliche Auskunft des Finanzamts oder ein Steuerberater den Einzelfall.

Was ist der Unterschied zwischen 0 % und steuerfrei?

Bei 0 % (z. B. Photovoltaikanlagen) ist der Umsatz steuerpflichtig, aber mit null besteuert – der Verkäufer darf Vorsteuer abziehen. Bei steuerfreien Umsätzen wie Wohnungsmiete oder Arztleistungen fällt keine Umsatzsteuer an, der Vorsteuerabzug ist aber in der Regel ausgeschlossen.

Quellen

  1. § 12 UStG – Steuersätze, gesetze-im-internet.de.
  2. Anlage 2 zum UStG – Liste der ermäßigt besteuerten Gegenstände, gesetze-im-internet.de.
  3. § 4 UStG – Steuerbefreiungen, gesetze-im-internet.de.
  4. § 19 UStG – Kleinunternehmer, gesetze-im-internet.de.

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