Text verschlüsseln
Caesar-Verschlüsselung – einfach erklärt
Die Caesar-Verschlüsselung ist die bekannteste Geheimschrift der Welt – und die einfachste: Jeder Buchstabe rückt im Alphabet ein paar Stellen weiter. Hier steht, wie sie funktioniert, wie man sie von Hand rechnet und warum man sie in Sekunden knacken kann.
Direkt loslegen: Text eintippen, Verschiebung wählen – das Ergebnis erscheint sofort, mit Alphabet-Tabelle. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Caesar-Tool öffnenSo funktioniert die Caesar-Verschlüsselung
Jeder Buchstabe wird im Alphabet um eine feste Zahl von Stellen nach hinten verschoben. Diese Zahl ist der Schlüssel. Bei der klassischen Verschiebung um 3 wird aus A ein D, aus B ein E – und am Ende des Alphabets geht es vorne weiter: X wird zu A, Y zu B, Z zu C.
| Klartext | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geheimtext | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | A | B | C |
Leerzeichen, Ziffern und Satzzeichen bleiben meist, wie sie sind. Umlaute schreibt man vorher aus (ä → ae, ß → ss), weil das Alphabet der Chiffre nur A bis Z kennt.
Beispiel: VENI VIDI VICI
Mit Schlüssel 3 wird Caesars berühmter Satz zu:
Klartext: VENI VIDI VICI
Geheimtext: YHQL YLGL YLFL
Zum Entschlüsseln verschiebt man einfach in die andere Richtung, also um 3 nach vorne. Aus „Zlu wuhiihq xqv dp Euxqqhq“ wird so wieder „Wir treffen uns am Brunnen“.
Mathematisch: Nummeriert man die Buchstaben von A = 0 bis Z = 25, dann gilt Geheim = (Klar + k) mod 26 und Klar = (Geheim − k) mod 26.
Text eintippen, Verschiebung wählen, fertig – oder einen Geheimtext automatisch knacken lassen.
ROT13 und andere Verschiebungen
- Verschiebung 3 – die Variante, die Julius Caesar laut dem römischen Geschichtsschreiber Sueton für seine Briefe benutzte.
- Verschiebung 1 – soll sein Nachfolger Augustus verwendet haben.
- ROT13 – Verschiebung um 13, die Hälfte des Alphabets. Zweimal ROT13 ergibt wieder den Klartext, Ver- und Entschlüsseln sind also dasselbe. Im Internet wird ROT13 seit den 1980ern für Spoiler und Rätsellösungen benutzt.
Insgesamt gibt es nur 25 sinnvolle Schlüssel – Verschiebung 0 oder 26 ändert nichts.
Caesar knacken: zwei Wege
1. Alle 25 Schlüssel ausprobieren
Weil es so wenige Schlüssel gibt, probiert man einfach alle durch und schaut, welches Ergebnis lesbar ist („Brute Force“). Von Hand dauert das ein paar Minuten, der Computer braucht Millisekunden.
2. Häufigkeitsanalyse
Im Deutschen ist E mit rund 17 % der häufigste Buchstabe, danach folgen N, I, S und R. Ist im Geheimtext H der häufigste Buchstabe, liegt eine Verschiebung von 3 nahe (E → H). Bei längeren Texten funktioniert das fast immer.
Im Tool fügst du einen Geheimtext ein und wählst „Knacken“: Es probiert alle Verschiebungen, bewertet die Ergebnisse mit einem deutschen und einem englischen Sprachmodell und zeigt das Häufigkeitsdiagramm dazu.
Caesar in Schule und Schnitzeljagd
Die Caesar-Verschlüsselung ist der klassische Einstieg in die Kryptologie im Informatik- und Matheunterricht: Man versteht sofort das Prinzip von Schlüssel und Verfahren – und sieht, warum ein kleiner Schlüsselraum unsicher ist. Für Kinder eignet sich eine Caesar-Scheibe: zwei Papierkreise mit dem Alphabet, der innere drehbar.
Für eine Schnitzeljagd druckt das Tool ein Rätselblatt mit dem Geheimtext und auf Wunsch der Alphabet-Tabelle als Lösungshilfe.
Nicht für echte Geheimnisse: Caesar schützt nichts. Für vertrauliche Nachrichten nimm im Tool das Verfahren „AES-256 mit Passwort“.
Caesar online ver- und entschlüsseln
Mit Schieberegler für die Verschiebung, Alphabet-Tabelle, Knacken per Knopfdruck und Rätselblatt zum Drucken. Läuft nur in deinem Browser.
Häufige Fragen
Wie funktioniert die Caesar-Verschlüsselung?
Jeder Buchstabe wird im Alphabet um eine feste Zahl verschoben, bei Schlüssel 3 wird aus A ein D, aus B ein E und aus Z ein C. Zum Entschlüsseln verschiebt man zurück.
Welchen Schlüssel hat Caesar benutzt?
Laut Sueton verschob Julius Caesar um 3 Stellen. Augustus soll um 1 verschoben haben.
Wie viele Schlüssel gibt es?
25 – Verschiebungen um 1 bis 25. Deshalb lässt sich jeder Caesar-Text durch Ausprobieren knacken.
Was ist ROT13?
Eine Caesar-Verschiebung um 13. Da 13 die Hälfte von 26 ist, ergibt zweimal ROT13 wieder den Klartext.
Was passiert mit Umlauten?
Die Caesar-Chiffre kennt nur A bis Z. Umlaute schreibt man deshalb vorher als ae, oe, ue und ss aus.
Ist die Caesar-Verschlüsselung sicher?
Nein. Sie lässt sich in Sekunden knacken und eignet sich nur für Rätsel, Unterricht und Spiele.
Quellen
- Caesar-Verschlüsselung – Wikipedia.
- Sueton, De vita Caesarum, Divus Iulius 56 und Divus Augustus 88 – die Quelle für Caesars und Augustus’ Verschiebung.
- Buchstabenhäufigkeit im Deutschen – Wikipedia.